Wie giftig sind Feuerfische wirklich?

In den letzten Wochen haben wir wieder vermehrt Feuerfische auf unseren Korallenriffe angetroffen. Als ich vor 10 Jahren das erste Mal in Koh Tao getaucht bin, konnte man an bestimmten Tauchplätzen fast immer auf Feuerfische treffen. Dann sind diese aber verschwunden und für viele Jahre haben wir keine mehr gesehen. Im letzten Monat habe ich an drei Tauchplätzen Feuerfische gesichtet. Manchmal sogar bis zu 13 Stück auf einem kleinen Fleck. Da fragt man sich, wie giftig sind Feuerfische eigentlich?

Der Feuerfisch (auch Löwenfisch gennant) stammt aus der Familie der Drachenkopfverwandte. Man trifft auf ihn im indopazifischen Raum und im roten Meer. Der Feuerfisch hat rötliche, bräunliche und weisse Streifen und misst zwischen 12 und 40 Zentimeter. Man kennt ihn auch aus der Karibik. Dort gehört er zu den invasiven Arten. Wahrscheinlich wurde er unglücklicherweise durch den Schiffsverkehr oder durch Aquarienbesitzer, die genug von ihren Fischen hatten, eingeschweisst und abgesetzt. Da er keine natürlichen Feinde in dieser Region hat, verbreitet der Feuerfisch sich ständig und stellt somit eine Gefahr dar.

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Auf dem Menüplan der Feuerfische stehen kleine Fische, Krabben und Garnelen. Solange sie eine Grösse von 10 Zentimeter nicht übersteigen. Der Feuerfisch jagt Nachts und hängt tagsüber meistens in Felsspalten und unter Korallen versteckt. Aufgrund dieser Tarnung sind die Jäger für ihre Beute praktisch unsichtbar. Mit einer blitzschnellen Vorwärtsbewegung greift ein Feuerfisch überraschend an und saugt das Opfer vollständig in sein Maul. Dieser Angriff läuft in einer so geschickten Weise ab, dass andere Fische, die sich in der Nähe befinden, häufig überhaupt nichts davon bemerken.

Wissenschaftler konnten eine weitere ungewöhnliche Jagdstrategie bei den Feuerfischen beobachten: Während sich der Jäger langsam einem Beutetier nähert, erzeugt er mit seinem Maul einen Wasserstrahl und richtet ihn auf das Opfer. Für dieses Verhalten gibt es zwei mögliche Erklärungen. Einige Meeresbiologen glauben, dass sich dadurch die Beute mit dem Kopf voran in Richtung des Wasserstrahls ausrichtet. Dadurch ist es für den Feuerfisch leichter, den Fisch zu fassen und herunterzuschlucken. Eine andere Erklärung besagt, dass durch die Turbulenz des Wasserstrahls die sensorischen Systeme des Opfers irritiert werden. Hier kannst du mehr über das defensive Verhalten von verschiedenen Fische nachlesen.

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Wie giftig sind Feuerfische nun aber und wo haben sie ihr Gift versteckt?

Das Gift befindet sich in den 13 Hartstrahlen der ersten Rückenflosse, in den drei Hartstrahlen der Afterflosse und in den beiden Hartstrahlen der Bauchflossen. An jedem Hartstrahl befinden sich zwei Längsfurchen, die in den oberen zwei Dritteln mit giftproduzierendem Drüsengewebe ausgestattet sind. Furchen und Drüsengewebe sind von einer dünnen Haut überzogen, einen Giftkanal gibt es nicht. Beim Einstich reißt die Haut und das Gift wird aus den Drüsen herausgedrückt. Das Gift enthält Acetylcholin, das Muskelzuckungen auslöst, sowie ein bisher unbekanntes Toxin. Es ist sehr schmerzhaft, aber für den Menschen nicht tödlich. Das Gift wird nicht zum Beutefang, sondern nur zur Verteidigung eingesetzt. Bei Gefahr strecken die Feuerfische ihre giftigen Flossenstrahlen dem Angreifer entgegen. Trotzdem werden Feuerfische von Raubfischen gefressen. Zackenbarsche, Flötenfische und Anglerfische oder verschiedene Muränenarten schlucken sie im Ganzen, mit dem Kopf voran. Igelfische zerbeissen Feuerfische und fressen dann die Einzelteile.

Das Gift der Feuerfische enthält Komponenten, die heftigste Schmerzen und örtliche Gewebszerstörung hervorrufen können. An der betroffenen Stellen kann es zu Taubheitsgefühl, Schwellung, Rötung und Blasenbildung kommen. In der Wunde verbleibende Stachel fördern Infektionen und behindern die Wundheilung. Allgemeine Symptome wie Übelkeit und Erbrechen sind vereinzelt beschrieben.

Die erste Hilfe nach Zusammentreffen mit einem Feuerfisch ist die Wunde von Stacheln oder Geweberesten befreien und desinfizieren. Falls nicht sofort ärztliche Hilfe erreicht werden kann, Eintauchen der betroffenen Stellen für mindestens 30 Minuten in tolerierbar heißes Wasser (ca. 45 °C). Um Verbrennungen zu vermeiden, Wassertemperatur kontrollieren. Weitere Therapien wie Schmerzbekämpfung, Blaseneröffnung und Tetanusprophylaxe sollte der Arzt durchführen.

Gefährdet sind vor allem Personen, die Rotfeuerfische im Aquarium halten. Diese werden vor allem durch unvorsichtiges Hantieren im Wasser gestochen.

Wie giftig sind Feuerfische

Bist du schon einmal von einem Feuerfisch gestochen worden? Wenn ja, dann teile mit wie es dir ergangen ist und wie du dies in Zukunft am besten vermeiden kannst.

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